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Fünf Jahre lang bastelte Rainer Keßler aus Thierhaupten an der Strecke. Nun liefern sich Erwachsene regelmäßig Rennen

26,60 Meter lang und komplett digital ist der Traum, den sich Rainer Keßler mit einer Carrera-Rennbahn im Keller seines Hauses im Nordwesten von Thierhaupten erfüllt hat. Die Leidenschaft, die Freude am Fahren und Schrauben teilt er sich mit einem guten Dutzend Gleichgesinnter, die zusammen sogar eine ernsthafte Rennserie bestreiten.

Kein Kinderkram ist die Bahn, die sich Rainer Keßler seit 2013 Stück für Stück in einem großen Kellerraum eingebaut hat. Auf zwei Spuren mit jeweils 26,60 Metern Länge können bis zu sechs Autos gleichzeitig durch die Rennstrecke rasen. Es gibt außerdem: 77 verbaute Schienen, fünf möglichen Spurwechsel, eine Tankstelle, eine Boxengasse, über 100 verbaute LED-Leuchten, 80 Bäume und Büsche, sowie zahlreichen Tribünen und Gebäude im Stil der 70er-Jahre.

Und die kleinen Autos, nachgebaute Modelle mit klangvollen Namen wie Audi R8 LMS, McLaren F1 GTR, Aston Martin DBR9 oder Ferrari 599 flitzen so turboschnell, dass der Bahnrekord bei nur 7,657 Sekunden auf dem „Klosterbergring Thierhaupten“ liegt.

Rainer Keßler investierte viele tausend Euro in sein Hobby

Rainer Keßler, Jahrgang 1950, bezeichnet sich selbst als begeisterten Bastler. Mit 25 Jahren legte er sich seine erste Modell-Eisenbahn zu, die er nie ganz aus den Augen verlor. Bis 2012 investierte er viele tausend Euro in seine Leidenschaft auf 13 Ebenen, bis ein Untergrundbahnhof so viel Geld zu verschlingen drohte, dass er die Reißleine zog.

In dieser Zeit erinnerte sich der ehemalige Betriebstechniker bei der Deutschen Papier in Augsburg an seine Jugend. Damals war er ein großer Fan der Formel Eins und besuchte Rennen in Deutschland, Ungarn, Monza oder in Silverstone. So machte er sich an den Bau einer eigenen Modellbau-Rennstrecke im Keller. Nach der Zeit des schweißtreibenden Aufbaus von 2013 bis 2017, wo sich immer mehr Gleichgesinnte zum Kimi-Räikkönen-Fan gesellten, folgten Ende des Jahres 2017 dann eigene Rennen, bei denen jeweils 63 Runden gefahren werden.

Für diese Rennen werden Autos gefahren, die die Carrera-Fans alle-samt aus gekauften Bausätzen selbst zusammen bauen. In der „Schrauberhölle“, wie Elektrotechniker Michael Rucker die mit Spezialwerkzeug, Lötstation, Reifenschleifmaschine und diversen Netz- und Ersatzteilen ausgestattete Werkstatt bezeichnet, werden ständig neue Autos geschaffen und notwendige Reparaturen durchgeführt. Stefan Lentscher, der für Computer und Software der Anlage die Verantwortung trägt, erklärt: „Die Motoren der Autos bringen es auf 25000 Umdrehungen in der Minute.“

Regen oder ein Motorschaden kann simuliert werden

Wenn hoch konzentriert die Rennen gefahren werden, stehen die Jungs mit ihren wirelessgesteuerten „Regler-Pistolen“ in der Hand am Streckenrand und lenken mit viel Fingerspitzengefühl die rund 150 Euro teuren Rennautos durch den Parcours. Dieser ist mit viel Bandenwerbung der weltgrößten Mineralölkonzerne, Reifenhersteller aber auch von örtlichen Firmen zugekleistert. Rund zwölf Minuten dauert ein Rennen über 63 Runden, oftmals unterbrochen durch die zu drückende „Chaostaste“, wenn ein Auto aus dem Slot purzelt und wieder von Hand in die Rille eingesetzt werden muss. Voll simuliert werden programmgesteuert hingegen Szenarien wie ein Regenrennen, Reifen-, Brems- oder Motorschaden, Bestrafungen und natürlich Boxenstopps zum Nachtanken der Autos, die im Maßstab 1:28 gebaut wurden und rund 160 Gramm auf die mit straßengrauer Dispersionsfarbe nachgestrichenen und gerollten original Carrera-Schiene bringen.

In die laufende „Slot-Racing-MiniZ-Serie“ kann nach den Worten von Gastgeber Rainer Keßler jeder jederzeit einsteigen egal, ob Anfänger oder Profi-Racer und natürlich ohne Altersbeschränkung. „Zu uns passen alle, die Spaß am Fahren und Schrauben haben“, bringt Keßler zum Ausdruck, was die wöchentliche Leidenschaft der Jungs um Rainer Keßler im Keller ausmacht.

Hinweis Viele Bilder und technische Details sowie Kontaktdaten finden Interessierte unter www.sr-thierhaupten.de

Quelle: Augsburger Allgemeine Bericht vom 28.01.2019